Nach Newtown-Massaker – Schuldirektoren sollen Amokläufer stoppen

US-Politiker ziehen unterschiedliche Lehren aus dem Schulmassaker von Newtown. Während viele dafür sind, die Waffengesetze zu verschärfen, wollen andere nun die Schulen selbst aufrüsten.

Nach dem Amoklauf an einer Schule in der US-Kleinstadt Newtown hat der Justizminister des Bundesstaats Arizona vorgeschlagen, Schuldirektoren auf deren Wunsch mit Waffen zu versorgen. Jede Schule, die dies wolle, könne dafür auch andere Personen als die Schulleiter benennen, erklärte Minister Tom Horne. Die “ideale Lösung” wäre allerdings seiner Meinung “ein bewaffneter Polizist in jeder Schule”.

Im Bundesstaat Utah boten Aktivisten einer Gruppe zur bewaffneten Selbstverteidigung für Donnerstag eine Gratis-Ausbildung im Schießen für Lehrkräfte und Schulbedienstete an.

Waffenlobby für mehr Waffen an Schulen

In den USA ist nach dem Amoklauf von Newtown im Bundesstaat Connecticut eine Debatte über die Waffengesetze entbrannt. Am 14. Dezember hatte ein 20-Jähriger in einer Grundschule in dem Ort 20 Erstklässler sowie sechs Erwachsene und schließlich sich selbst erschossen. Zuvor hatte er zu Hause seine Mutter umgebracht.

Die US-Waffenlobby forderte nach dem Blutbad von Newtown mehr Waffen an Schulen. “Das einzige, was einen bösen Menschen mit Waffe aufhält, ist ein guter Mensch mit einer Waffe”, sagte der Vizepräsident der National Rifle Association (NRA), Wayne LaPierre, am vergangenen Freitag in Washington.

Betrügerin sammelt “Spenden”

Unterdessen haben US-Behörden eine mutmaßliche Betrügerin verhaftet, die nach dem Amoklauf in Newtown Kapital aus dem allgemeinen Mitleid schlagen wollte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Connecticut gab sich die 37-Jährige aus dem New Yorker Stadtteil Bronx als Tante eines der kleinen Opfer aus und sammelte über Facebook Spenden für dessen Beerdigung. Wieviel Geld sie auf diese Weise einnahm, blieb zunächst offen.

Die Frau behauptete, sie sei die Tante des jüngsten Opfers, Noah Pazner. Einem Spender erzählte sie unter anderem, US-Präsident Barack Obama habe sie in Newtown persönlich umarmt und getröstet. Die Frau bat potenzielle Spender, das Geld auf ein PayPal– oder direkt auf ihr Bankkonto zu überweisen. Gegenüber einem FBI-Beamten stritt sie laut Anklageschrift später alles ab.

Nach ihrer Festnahme wurde die mutmaßliche Betrügerin dem Gericht in Hartford, der Hauptstadt von Connecticut, vorgeführt. Sie kam gegen eine Kaution von 50.000 Dollar (knapp 38.000 Euro) wieder auf freien Fuß. Im Falle eines Schuldspruchs drohen ihr bis zu fünf Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Dollar.

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