Coudenhove-Kalergi-Europapreis 2012 für Präsident Van Rompuy

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Dem Präsidenten des Europäischen Rates, Herman Van Rompuy, wurde am 16. November 2012 in Wien auf einem Sonderkongress zur Feier des neunzigsten Jahrestages der Gründung der Paneuropa-Bewegung der Coudenhove-Kalergi-Europapreis 2012 verliehen. Dieser Preis wird alle zwei Jahre an führende Persönlichkeiten für ihren herausragenden Einsatz für den europäischen Einigungsprozess verliehen.

 

Ausschlaggebend für die Zuerkennung des Preises war die ausgewogene Art und Weise, in der Präsident Van Rompuy das durch den Lissabonner Vertrag geschaffene neue Amt des Präsidenten des Europäischen Rates ausübt. Er nimmt diese äußerst sensible Führungs- und Koordinierungs­aufgabe entschlossen, zugleich aber auch konziliant wahr; besonders hervorgehoben wurden zudem seine geschickte Vermittlungstätigkeit in europäischen Angelegenheiten und sein unerschütterliches Eintreten für die ethischen Werte Europas.

 

In seiner Dankesrede bezeichnete Van Rompuy die europäische Einigung als ein Friedensprojekt. Dieses Konzept, das auch im Mittelpunkt der Arbeit Coudenhove-Kalergis stand, hat auch 90 Jahre später nichts an Bedeutung verloren.

 

“Letzten Endes ist Frieden das Kernanliegen unserer Arbeit als Union”, sagte Van Rompuy unter Hin­weis darauf, dass der Europäischen Union unlängst der Friedensnobelpreis 2012 verliehen worden ist. “Die Europäische Union hat dazu beigetragen, einen Kontinent der Kriege in einen Kontinent des Friedens zu verwandeln”, so der Präsident.

 

Der Präsident ging auch auf die europäische Perspektive der westlichen Balkanstaaten ein und betonte, “dass der Beitritt der westlichen Balkansstaaten zur Union dem letzten Bürgerkrieg in der langen Geschichte Europas ein Ende bereiten wird – nicht mehr, und nicht weniger”. Er hob hervor, dass die Mehrzahl der derzeitigen Mitgliedstaaten der Union nach traumatischen Erfahrungen – sei es Krieg oder sei es Diktatur – beigetreten ist.

 

Wie der Präsident erklärte, stehen selbst die Bemühungen der Union um finanzielle Stabilität nach dem wirtschaftlichen Abschwung der letzten Zeit “nicht nur im Zeichen von Bilanzen und einer gesunden Wirtschaft”; vielmehr, so der Präsident, “unternehmen wir diese Anstrengungen auch aus hochpolitischen Gründen. Wir tun dies, um die Union zusammenzuhalten und – über die Währungs­stabilität hinaus – die Sicherheit unserer Länder und Gesellschaften und schlicht und einfach unserer Büger zu bewahren”.

 

Benannt ist der Preis nach dem Philosophen, Diplomaten, Herausgeber und Begründer der Paneuropa-Bewegung (1923), Graf Richard Nikolaus von Coudenhove-Kalergi (1894-1972). Coudenhove-Kalergi war der Pionier der europäischen Integration und hat in seinen Werken das Konzept einer Föderation der europäischen Staaten propagiert.

 

Zu den Preisträgern seit 2000 gehören Bundeskanzlerin Angela Merkel (2010) und die Präsidentin Lettlands, Vaira Vike-Freiberga (2006).

 

Weitere Informationen:

 

http://www.european-council.europa.eu/home-page/highlights/president-van-rompuy-is-awarded-european-prize-coudenhove-kalergi-2012-%281%29?lang=de

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