Scientology als eine Art UFO-Sekte

In England tauchte 1954 George King aus dem Nichts auf, der sich vorher als Chauffeur, Taxifahrer oder Langzeitstudent östlicher Philosophie und spirituellen Heilens durchschlug und damit die europäische Analogie zu George Adamski in den USA darstellte. Seine Aliens gaben auch King fortgesetzt Botschaften für die Menschheit durch, die auch ihn dazu drängten, jedes nur mögliche Mittel anzuwenden, um ihre Botschaften unter die Mitmenschen auf Erden zu verbreiten. Offiziell und öffentlich zeigen sollten sie freilich bis heute nicht. Einzig und allein die Vermittler und ET-Botschafter verblieben, denen es gilt zuzuhören. King berichtete seinem staunenden und gutgläubigen Publikum davon, dass die Marskanäle Vegetationsstreifen sind, die man entlang den magnetischen Feldlinien unseres Nachbarplaneten pflanzte. Natürlich war auch King auf dem roten Planeten, hatte aber im Gegensatz zu Adamski nur wenig Zeit, um interessante Einzelheiten zu notieren, da er damit beschäftigt war, den Marsmenschen dabei zu helfen, einen besonders ungezogenen Androiden zu überwältigen, “der, auf einem Meteor reitend, in die Marsumlaufbahn gelangt war”. Auch King setzte seinen Storys immer noch eines obenauf. 1958 wurde er dann zum Sprachrohr des großen venusianischen Meisters Jesus, der der Menschheit seine neuen kosmischen Lehren von den “Zwölf Segnungen” mittels King überbrachte! Zuletzt erhob sich King in königliche Würden und ließ sich fortan “Seine Erlauchtheit, Hoheit, Prinz George, König von Santorini” nennen. Heute besteht das wichtigste Programm dieser Sekte aus dem Aufladen der “Gebetsbatterien”, die King angeblich mit und nach einigen “Weltraumkontakten” entwarf. In ihnen sollen 10.000 Jahre lang bis zu 700 Stunden “spirituelle Energie” gesammelt werden. Diese Batterien werden aufgeladen, indem man eine große Anzahl der Mitglieder der Gesellschaft versammelt, wo sie sich im Kreis aufstellen und Mantras singen. Die Außerirdischen fügen angeblich ihre eigene Energie mittels telepathischem Gedankenstrahl bei diesem Ritual hinzu. Der englische UFO-Forscher Kevin McClure kommentierte dies auf seine Art: “Diese Sekte macht vermutlich einen Fehler, wenn sie versucht zu erklären, wie Gebete funktionieren. Ältere, vielleicht weisere Religionen halten diesen Punkt so vage und obskur wie möglich.” Dennoch, King´s Kult klappt es weil er in einer Mischung aus simpler Science Fiction und persönlicher visionärer Offenbarung daherkommt und eine klar umrissene Religion feilbietet.

In San Diego lebte der Wünschelrutengeher Meade Layne und leitete die “Borderland Sciences Research Association” (BSRA) und er zählte nach damaligen Anschauungen zu den “fortgeschrittenen UFO-Forschern”, weil ihm die “überphysische Seite der Raumschiffe bereits zu Bewußtsein” gekommen war. Die Leute rund um Layne “studierten abseits von aller orthodoxen Wissenschaft und allem Herkömmlichen die Phänomene der Grenzwissenschaften. Sie beschäftigten sich mit dem Erscheinen und Verschwinden von Dingen, mit Abwandlungen der Schwerkraft, mit Apportation, Teleportation, Materialisation, Hellhören, Hellsehen, mit unterirdischen Rassen, parapsychologischen Phänomenen, mit der menschlichen Aura und verschiedenen anderen Dingen” über sie in der Schrift Round Robin berichteten. Für Layne und seinem Team waren die UFO-Insassen übernatürliche Wesen. Und so trug er es hinaus und erklärte, das mit der offiziellen Wissenschaft und ihrer rationaler Terminologie den Untertassen nicht beizukommen wäre. Damit flogen der Gruppe ebenfalls die Herzen der okkulten Gemeinde zu, weil man sich auch von ihr erhoffte, sie würde bahnbrechende Erkenntnisse erbringen, die die Welt revolutionieren werde. Zusammen mit Mark Probert´s (genannt der “Sensitive aus San Diego”) “Innerer Zirkel”-Gruppierung hatte er 1950 bereits ´The Etheric Ship Mystery and its Solution´ herausgebracht und 1954 dann ´The Coming of the Guardians´ nachgeschoben. Publikationen einer “Erkenntnisstufe auf der sich nur wenige Leute befinden”, weil es hier “um Wirklichkeiten geht, die über den Bereich der fünf Sinne hinausgehen” – kurz gesagt: Spinnereien aus der subjektiven Erfahrungswelt mal wieder (schön und nett verpackt). Probert begann schon ab 1943 im Schlaf unbewußt zu sprechen, sogar in fremden Sprachen. Deswegen nannte man ihn auch den “Zweiten Edgar Cayce”, weil er so Botschaften von Wesen anderer Ebenen aufnahm und sich als “Hellhöriger und Hellsichtiger” erwies. In Publikationen und auf Vortragsreisen begann er dann alsbald über seine Informationen (Untersuchungen genannt) betreffs seiner außerräumlichen Verbindung und außersinnlichen Wahrnehmung zu berichten. Die Gläubigen wurden damit in andere Dimensionen und Welten entführt die nicht von dieser Erde sind, allein schon deswegen weil der “Innere Zirkel” aus sechzehn fortgeschrittenen Wesen bestand, “die alle einmal auf der Erde gelebt haben” und nun in ihren Dimensionen schwebten.

Das Haupt der Gruppe von der Probert (der witzig war und gerne lachte) seine Eingebungen im Schlaf bekam sei ein Wesen von außerordentlicher Weisheit und Freundlichkeit mit dem Namen Yada Di Shi-Ite – der “Hohe Priester”. Das Ziel der Sechzehn war es “uns Erdenmenschen aus unserem dreidimensionalen Gefängnis zu befreien”. Probert lieferte so folgenden “elektrisierenden” und “lauteren” Informationen von seinen Gesprächspartnern über die Fliegenden Untertassen: Schon in frühen Perioden der Erdentwicklung, als die Menschen erste Anzeichen des Denkens erkennen ließen, kamen Raumwesen zur Erde und unterrichteten die Primitiven über geheime Dinge. Auf diese Weise vermochten einzelne Zivilisationen sich rascher zu entwickeln. Über lange Zeiträume hinweg besuchten diese Intelligenzen aus dem All die Erde immer wieder und brachten schliesslich frühen Menschen-Kulturen “Raumschiffe, mit denen sie um die Erde fliegen konnten”. Hier wurde also von Däniken vorweggenommen. Das so genannte Engelshaar sei eine feinstoffliche Materie, welches dem Radarschutz der Raumschiffe diene – von denen übrigens zwischen fünf bis zehn Millionen regelmäßig in der oberen Atmosphäre stationiert sind (dieses Konzept wurde gleich darauf von den Ashtar-Beseelten übernommen), um zuzuschauen was hier unten auf der blauen Murmel läuft. Bei einer derartigen Quantität fremder Raumschiffe (die teilweise viele Kilometer lang sind!) wundert es einem direkt, dass die Erdoberfläche nicht permanent von Engelshaar befallen wird. Diese Wächter sind im Auftrag des “kosmischen Gesetz” da und sie tun auch alles um “euch zu helfen”, erfuhr Probert. Sie schicken die Feuerkugeln in die Atmosphäre, “um gefährliche, in den Kosmos dringende Strahlungen, die mit den Atomexperimenten zusammenhängen, zu neutralisieren”. Aber ansonsten haben die Galaktiker und Interplanetarier nicht viel dagegen, wenn sich der Mensch für eine gewisse Zeit ausrottet und von der Erde tilgt, nur der Planet als solcher darf nicht vernichtet und in den Kosmos gepustet werden. Ansonsten, wer gerettet werden will – dem stehen dann die Raumschiffe zur Verfügung. Deswegen also die gewaltige unsichtbare Raumschiffsarmada rund um den Globus…? Ansonsten gibt´s den nachfolgenden Tipp des Hohen Priesters an die Erdenmenschheit: “Tut eure Arbeit! Lernt beten, lernt Gedanken- und Gefühlskontrolle! Erfüllt euer Leben mit hilfsbereiter Liebe! Mehr könnt ihr nicht tun…”

Und hier technisch-wissenschaftliche Informationen aus dem Jahr 1955 über die Planetenwelten des Sonnensystems, so wie man sie sich damals vorstellte und als kosmische Wahrheit verbreitete: Die Venus ist gar nicht so heiß und sie hat eine Schicht “von feinstofflicher Materie um sich, die sie vor übermäßiger Sonnenstrahlung schützt”. Von der Venus und den dortigen außerirdischen Bastionen mit ihren Sternwarten schaut die Erde dann übrigens aus wie mit einem kurzen Kometenschweif, der zur Sonne gerichtet ist. Die Oase des Sonnensystems, unser Heimatplanet, wechselt beim Blick aus dem All laufend die Farbe, je nach “Jahreszeit”. Mal ist die Erde blau, dann wieder grün, rot oder gelb. Und der “Mars ist kein schlechter Ort, um dort zu leben. Außer menschlichem Leben gibt es dort pflanzliche und tierische Lebensformen”. Selbst der Mond ist auf seiner Rückseite “die Landebasis” jener Aliens, die dort Zwischenstation machen, um dann zur Erde zu kommen. Im übrigen sei es dem Menschen nicht so einfach in andere Welten mitzukommen, weil aufgrund der “höheren Frequenzen” der “oberen Bereiche” im Kosmos die Menschen mit ihrer Körperlichkeit “umchemisiert” werden müßten während gleichsam die Planetarier aber das Leben auf Erden genießen und deren Nahrungsmittel ohne Probleme aufnehmen könnten. Warum? “Sie sind Raumwesen!” Aha. Dies sind also die kosmischen Weisheiten von da oben (?). Mit diesem Worthülsen-Vokabular griffen die Kontaktler damals ins Vakuum und konnten damit leben – auch wenn sie dadurch als Zielscheibe der Lächerlichkeit und als Witzfigur dienten und sich mancher auf ihre Kosten amüsierte, waren sie aber unter ihresgleichen und in ihrer großen Gefolgschaft, dann hatte das staunende Publikum “lebende Untertassen-Zeugen” vor sich und sie wurden wie Berühmtheiten behandelt. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse waren damals, so muß man auch wissen, über den Weltraum bei weitem nicht so fortgeschritten als heutzutage und von der “Physik des Universums” war nur wenig bekannt, allzuviel lag eher im Spekulativen. Schließlich waren noch keine Sonden in den Weltraum vorgestoßen und noch kein irdisches Raumschiff hatte die Lufthülle überwunden. Die Teleskopie war nur eher beschränkt von Erfolg gezeichnet und erfuhr ihre Grenzen. Deswegen ließen sich die Kontaktler entweder auf Plumpheiten ein oder verzogen sich lieber aufs Niveau der esoterischen Worthülsen. Von Bewußtseinsstufen, Schwingungsebenen und Strahlenvibrationen war gerne die Rede, nichts konkretes mal wieder, sondern nur leere Schwafelei weit entfernt von physikalischen Naturgesetzen. Damals hat dies wunderbar bei den Gläubigen funktioniert, aber heute kann man selbst als grundsätzlicher UFO-Gläubiger wohl nur mehr den Kopf darüber schütteln.

Die Verlagerung oder Ausgliederung des Phänomens der unidentifizierten fliegenden Objekte in den “supraphysischen Bereich” ist für manchen Suchenden vielleicht der besondere Kick und bringt offenbar genug Faszinationskraft mit sich, um diese spezielle Ecke zu besetzen. Dabei ist es für mich wichtig festzumachen, dass allein schon mal semantisch durch die Verwendung des mit Vorurteilen besetzten Fliegenden Untertassen-Begriffs und seiner Ausdeutung eine falsche innere Einstellung als bei den neutralen und anonymen unidentifizierten Flug-Objekten auf romantischer Weise entsteht – und dies auch auf die Betrachtung des Phänomens voll durchschlägt. Die Hilfe “von Oben” aus transzendalen Sphären ist also die selbe wie bei jeder anderen (religiösen) Glaubensvorstellung, nur anders verkleidet. Wie in der Kirche geht es darum den Menschen besser zu machen.

Ähnlich abgehoben tauchte auch Ruth Norman auf, um ehemals mit ihren Mann Ernest 1956 die Unarius Academy of Science und 1975 das Center for the New World Teaching in El Cajn, Kalifornien (wo sonst?), zu gründen. Von ihren Jüngern wird Ruth wahlweise als “Universelle Herrin”, “Erzengel Uriel” oder “Ioshanna” angesprochen und mit Begeisterungsrufen empfangen, wenn sie mit ihrem “kosmischen Wagen”, einem großen Automobil, das mit UFO-Gemälden dekoriert ist, den kalifornischen Freeway hinunterfährt – auf dem Dach ein großes Modell von einer Fliegenden Untertasse, komplett ausgerüstet mit aufblitzenden Lichtern. Ruth tauchte regelmäßig mit einer auffälligen Frisur auf und trug fast durchsichtige Fluganzüge in leuchtenden Farben. Auch sie wurde, natürlich, zur UFO-Kultgestalt mit einer festen zu ihr haltenden Gläubigenschar. Eine weitere Kontaktlerin ist in Natal, Süd-Afrika, Elizabeth Klarer (Musikpädagogin) gewesen, die sogar mit ihrem Weltraum-Freund Arkon einen außerirdischen Sohn gezeugt hat, nachdem sie die Luft des Liebesplaneten Venus geatmet hatte (und nachdem Adamskis Venusier-Story weltweit so gut angekommen war und sie “Inside the Space Ships” von ihm gelesen hatten, so so traute mit ihrer eigenen Story in die ufologische Öffentlichkeit zu gehen). Als Beweis legte sie ein paar Fotos einer typischen Fliegenden Untertasse scheinbar am wolkigen Himmel Afrikas vor. Inzwischen wurde jedoch dieses Raumschiff als ein Plastik-Spielzeug aus jenen Jahren identifiziert, der sogenannte “Spin-O-Reno” – eine damals übliche Version des Kinderkreisels, welchen man ähnlich den Zirkus-Artisten mit ihren Teller-Balance-Kunststücken auf einem Stab kreiseln ließ. Der UFO-Forscher Larry Robinson ist sich da ganz sicher, weil er selbst als Kind dieses Spielzeug zum Geburtstag geschenkt bekam und es dann sofort und ohne Zweifel auf den Klarer-Bildern als solches erkannte. Klarer gewann ob ihrer Alien-Romanze eine beachtliche Zuhörerschar auch wenn sie später aus opportunistischen Gründen für ihr Ventla-Buch ´Hinter der Lichtmauer´ plötzlich die Herkunft ihres außerirdischen Freundes ins Sonnensystem Proxima Centauri transferierte, wie sie ihrem deutschen Publikum einredete. Natürlich, auch dieses “Zurechtbiegen” fiel den UFOlogen nicht auf.

Viele spiritistische Sprachrohre erhalten Botschaften von “Ashtar” oder von seinem “Ashtar-Kommando”, die eine breite Themenpalette abdecken. Da haben wir z.B. die One World Family , die verlangt eines Tages die Regierung in den USA zu übernehmen und die UNO-Verwaltung zu beherrschen, aber erst, wenn jeder bekennende Christ ausgelöscht wurde. Um die Dinge noch zu verkomplizieren, gibt es da auch noch eine Frau namens Tuella (nicht Uriella), deren Kult um Ashtar´s Space Command regelmäßig Friedensbotschaften eines “interplanetarischen Raumkommandanten” verbreitet, der in oder auf der Venus lebt. Natürlich geht es auch hier um Weltraumphilosophie und Ratschlägen (Lebenshilfe), wie man sein Leben führen sollte, bis hin zu astronomischen Informationen und Warnungen über unmittelbar bevorstehenden Katastrophen mit Plänen zur Evakuierung der Erde bzw der Gläubigen als Elite der Menschheit. Das “Ashtar-Kommando” ist Teil einer Flotte von Raumschiffen (man sprich von bis zu 30 Millionen Exemplaren!), die sich schon seit Jahrtausenden im Weltraumorbit befinden und so in der Lage sein sollten, exakte Informationen über die Bedingungen auf anderen Planeten zu liefern. Darauf kann man natürlich lange warten und vielen UFOlogen scheint genau dieser Warteprozeß großen Spaß zu bereiten. Sinnvolle, weiterführende und über unseren Wissensstand hinausreichende technisch-wissenschaftliche Daten und Fakten kamen natürlich nie zustande. Noch nicht einmal die wirklich bedrohlichen Ozon-Löcher, die erst mittels irdischer Satelliten-Technologie aus dem Weltraum her erkannt und vermessen wurden, meldeten uns die ach so hochentwickelten und fortschrittlichen Außerirdischen, während sie gleichsam puren Unfug über Marskanäle etc absonderten. Wollen uns die Aliens veräppeln, oder verarschen uns die irdischen Botschafter der Außerirdischen? Erstaunlich ist dennoch, dass die Bewegung davon sich kaum beeindruckt zeigt und ganz im Gegenteil immer neue Ausformungen des alten Mythos gebärt.

Da gibt es jetzt eine Gruppe von Menschen, die “Sternenmenschen” sind oder “Walk-Ins”, also Wesen von anderen Planeten, die beschlossen haben, auf der Erde wiedergeboren zu werden, um der Menschheit bei ihrer Evolution beiseite zu stehen. Man sollte meinen, dass die Wesen, die beschließen, Erdenmenschen zu werden, es so einrichten, dass sie einen gewißen Einfluß haben oder Macht ausüben können, aber das scheint nicht der Fall zu sein. Kein Vertreter der Starpeople oder Walk-In´s taucht plötzlich als Regierungspräsident etc auf, sondern es sind wieder jene schlichten und einfachen, esoterisch angehauchten Menschen wie an Deiner Nachbarstüre. Wenn höhere Intelligenzen noch nicht einmal eine gezielte Wiedergeburt betreiben können, wie viele von ihnen kommen dann auf Erden z.B. in Indien als heiliges Rindvieh zu uns, also völlig danebengezielt? Diese Fragen stellt sich der wahre UFOlogie-Gläubige aber nicht, er würde sie sogar als Ketzerei empfinden. Trotzdem: Obwohl die Storys der Kontaktler oftmals lächerlich und einfältig erscheinen, so beinhalten sie bei genauerer Betrachtung Kontexte von großer Ernsthaftigkeit und Sorge über die Gegenwart und Zukunft der menschlichen Zivilisation. Sie warnen vor Bedrohungen und Gefahren, die wir allgemein zwar kollektiv ebenfalls empfinden, aber im Alltag zu ignorieren pflegen. Und vor denen Politik und Kirchen versagen! In den letzten Jahren sind die Produkte der vorgeblichen Alien-Botschaften immer dringlicher geworden und sie verbergen sich auch hinter neuen Bildern, angepaßt an unsere modernen Zeiten. Anstatt freundliche Weltraummenschen zu treffen, werden die Menschen nun von ganz unfreundlichen Außerirdischen entführt und gegen ihren Willen medizinischen Untersuchungen und genmanipulativen Eingriffen unterzogen. Dies symbolisiert deutlich, dass der Mensch und sein Heimatplanet vergewaltigt wird und wir uns als einzelne machtlos fühlen, etwas dagegen zu tun. Somit werden manche Aductions-Erfahrungen, genauso wie früher die traditionellen Kontakt-Erlebnisse, zu symbolische Ereignisse, zu Warnschilder die wir selbst aufsstellen und mit einem faszinierenden Medium zu verkleiden wissen, um auch wirkliche Beachtung im Schilderwald zu finden. In diesem Feld zeigt sich, dass das eigentliche Phänomen der UFOs nicht so wichtig ist, sondern nur Beiwerk und Schmuck für Offenbarungen. Die Fliegenden Untertassen werden hier nur zum mythologischen Subjekt, um als Mittel zum Zweck für spiritistische und sonstige Rattenfänger zu dienen, die natürlich für ihre Anliegen das richtige Verpackungsmittel suchen und im Space Age dafür das UFO-Phänomen an sich banden. Was früher psychische Astralreisen waren manifestiert sich heute in den physischen Alien-Raumschiffen, beziehungsweise das dahinterstehende metaphysische Denken und spiritistische Empfinden des Menschen (Hauptbestandteile beim Aberglauben um irgendeinen Mythos) spiegelt sich zeitgenössisch in immer neuen Kleidern. Was mit Schamanismus, Besessenheit, Dämonentum, Spiritismus sowie Astralreisen (und einer Menge wie Hellsehen dazwischen) begann, endete ufologisch mit den Kontaktlern, Channels, Entführten und dem sogenannten “Technical Remote Viewing”. Kein Wunder also, wenn die angeblich übermittelten Botschaften sowohl der Kontaktler wie auch der Abduzierten sich im Allgemeinen als falsch oder als billige Allgemeinplätze erweisen.

Eine Konstellation hat sich hier gezeigt: Immer sind die Weltraumwesen darauf bedacht, der Kontaktperson oder dem Mittler zu verstehen zu geben, dass er oder sie von einzigartigem Wert und einzigartiger Bedeutung seien, um der Menschheit die Erleuchtung zu bringen und um die Welt zu erretten. Aber auch, dass die Kosmologien der verschiedenen UFO-Kultler sehr unterschiedlich ausfallen – sie sind sich untereinander wesentlich uneiniger als die etablierten Religionen, von denen sie erwarten, ob ihrer Existenz diese zu überflügeln und abzulösen. Es ist kein Wunder in einer Zeit der Toleranz, wo jeder nach seiner eigenen, ihm genehmen Religion einkaufen gehen kann. Dies gilt für die ´naiven´ Kontaktler genauso wie die “unschuldigen Entführungs-Opfer” der Moderne, auch wenn niemals das Element des bewußten Schwindels aus Eigeninteressen ausgeschlossen werden kann und darf. Wie auch immer: Die Alien-Botschafter dieser oder jener Art haben schlußendlich selbst am meisten davon, wenn sie die vorgeblichen und banalen (weitgehendst sogar falschen) Nachrichten von den Sternen unter die naive Gläubigen-Truppe bringen. Damit machen sich die UFO-Enthusiasten dieses Schlags zu Außenseitern unserer Zivilisation. Und: Die ETs versagen selbst, wenn sie ihre Botschaften an ganz gewöhnliche Menschen weitergeben, die keinerlei Einfluß in der Welt haben und nur die esoterischen und suchenden Außenseiter der Gesellschaft unter sich vereinen können. Den Alien-Mitteilungen gelingt es nämlich nicht, eine überzeugende, höhere Philosophie zu präsentieren, die die Menschheit akzeptieren kann. Die Alien-Message ist nichts weiter als eine neue Religion, jedenfalls versucht sie sich verdeckt darin. Die UFOlogie will alles neu machen, das Rad neu erfinden und neue Lebenskonzepte propagieren. Doch in Wirklichkeit ist die Entrückung in den Himmel nichts weiter als ein neues Kleid für die Standardelemente der meisten traditionellen Religionen. Zudem gibt es vielerlei verworrenes Gefasel über das Leben mit kosmischer Liebe und Harmonie und dem Anheben der spirituellen Schwingungen auf der Erde ohne einen einzigen Hinweis auf das dringendere Bedürfnis des Individuums, ein bißchen mehr in sich hineinzuhorchen und seine Beziehung zu dem Planeten, auf dem er lebt und wo er sich Sinnfragen stellt, zu verbessern.

Die Botschaften der Außerirdischen sind nichts weiter als Produkte genau jener, die diese Nachrichten aus dem Kosmos empfangen. Nicht immer muß deren Motiv unehrenhaft sein, aber sie bedienen sich eines unehrenhaften Mittels, indem sie ihre ureigenen Weltbilder und Erkenntnisse auf ETs projizieren und so den Menschen auf Erden verkaufen – nur um mehr Gehör für ihre ureigene Mission zu erhalten. Kein Wunder also auch, wenn diese individuellen Storys im Detail genauso individuell sind wie die individuelle Fantasie eines jeden unter uns. Im Groben werden die bekannten Alltagsmuster (= Vorgaben aus der Medienwelt und entstandener Mythologien) für die jeweilige Story der Kontaktler und Entführten übernommen, aber in sich sind sie wieder völlig verschieden – ganz im Gegensatz zu jenen enthusiastischen oder vielleicht selbst in Herz und Seele betroffenen Experten, die genau das Gegenteil behaupten, um für sich die dahinterstehende persönliche Ideologie glaubhaft wirken zu lassen. Dies gilt für Kontaktler von früher, dies gilt für die Channels und dies gilt auch für die Abductions-“Opfer”. Den berühmten roten Faden gibt es nämlich überhaupt nicht, auch wenn gegenteiliges vehement behauptet wird. Einzig aus der menschlichen Geschichte heraus gibt es einen überhängenden roten Faden: Behauptungen von z.B. Entführungen durch bizarre Wesen von anderen Welten sind kein ausschließlich modernes Phänomen, wie die meisten wohl glauben, sondern die darin versteckten Muster zeigen bemerkenswerte Übereinstimmungen mit antiken Erfahrungen mit dem Übernatürlichen, der Welt der Geister und Kobolde, Monster und Phantome. Kein Wunder also, wenn Dr.Hynek´s Kommentar hinsichtlich der Kontaktler eher negativ ausfiel und er von ihnen sagte, das sie oftmals “pseudoreligiöse Fanatiker” sind, “die uns regelmäßig Nachrichten von den Leuten aus dem All mit einmalig geringem Inhalt bringen”. (Brookesmith, S.67.) Um so verblüffter wird man sein, wenn man dann in der entsprechenden esoterisch-ufologischen ´Unterstützungs´- und ´Förderungs´-Literatur nachliest, wie eminent wichtig gerade die Kontaktler-Erfahrungen seien wie wie viel wir von ihnen lernen könnten. Tja, vielleicht kann irdische Technologie einen Vorsprung durch die Außerirdischen erfahren? Diverse Gerüchte gibt es ja auch jüngsthin wieder. Aber wenn es konkret wird, was bleibt übrig? Van Tassel´s Jungbrunnen, das Krebsmittel der Lesbierin oder der “Motor der freien Energie” (eine Perpetuum-Mobile-Maschine*) des Howard Menger, die allerdings nie jemand in Funktion gesehen hat. Nun gut, Menger schrieb die Musik der Aliens auf, die uns heute noch seine Tochter am Klavier vorspielt. Menger brachte auch eine angebliche Mond-Kartoffel von seinen spacigen Ausflügen mit, er will sie sogar der US-Regierung übergeben haben und dort ist sie seither in deren Obhut, wenn man nicht gerade Pommes oder Chips daraus gemacht hatte.

*= Eine nicht auszurottende Idee, die ihre Anhänger vermutlich mehr Zeit, Geld und Gedankenarbeit gekostet hat als jede andere Beschäftigung mit Ausnahme der Suche nach dem Stein der Weisen. Verbunden damit ist die Vorstellung, es müsse möglich sein, ein gerät, einen Motor oder eine Maschine zu erfinden, die kostenlos Arbeit oder Energie liefert, wenn sie einmal in Gang gesetzt ist. Die weitaus meisten Erfinder solcher Maschinen erliegen einer Selbsttäuschung. In der Psyche des Perpetuum-Mobilisten muss es etwas geben, das ihn einerseits antreibt, weiter nach dem Unmöglichen zu streben, und andererseits ermutigt, den viel begangenen Pfad zum sicheren Misserfolg nicht zu verlassen. Der Rest besteht aus absichtlichen Betrügern wie John Worrell Keely (1837-1898), ein Bostoner ohne große Schulbildung, dem es gelang, Investoren große Geldbeträge abzuluchsen, nachdem sie in seinem Haus ein Modell seiner Maschine mit dem großartigen Namen “Hydro-Pneumatic-Pulsating-Vacuo-Engine” gesehen hatten, das ohne erkennbare Energiequelle fleißig schnurrend lief. Keely starb als reicher Mann, erst als sein Haus abgerissen wurde, entdeckte man, dass ein Schwungrad im Keller durch in Wände und Fußböden eingelassene Leitungen Druckluft geliefert hatte, die diese und einige weitere Wundermaschinen Keelys heimlich angetrieben hatte. Das US Patent Office hat wirklich Patente auf Perpetua mobilia erteilt, obwohl diese “Erfindungen” niemals im Betrieb vorgeführt werden konnte. Und das trotz einer schon seit Jahren getroffenen Entscheidung, keine Patenterteilungen zu erwägen, wenn kein funktionierendes Modell eingereicht wird. Doch dies hat das Perpetuum mobile mit den zahlreichen Fliegenden Untertassen-Gerätschafts-Patenten gemein.

Peter Hough hat in seinem Buch ´The Truth About Alien Abductions´ angemerkt, dass seinem Gefühl nach, es sich bei allen dieser seelisch-bedingten “Manifestationen” um ein Grundphänomen handelt, “welches sich in verschiedene Richtung verzweigt, in das Gebiet der Entführungen durch UFOs, Erfahrungen im Grenzbereich des Todes oder Geister. Aber die Wurzel des Ganzen ist nur eine Sache, und dies sind die verschiedenen Wege, diese tiefe und komplexe Wahrheit rüberzubringen. Wir beurteilen alles nach seinem Äußeren, wo es doch nur Spiele, Scharaden und Dinge sind, die uns zu unserer Unterhaltung präsentiert werden. Es sind Metaphern für etwas ganz anderes” als sich nach außen hin zeigt. Vielleicht sind all diese auch spirituellen “Erfahrungen” tatsächlich nichts mehr als soetwas wie Gottes-Visionen, aus denen sich Deutungs- und Erklärungs-Muster ableiten, die der Mensch braucht, um mit sich und seiner Umwelt a. umzugehen und b. mit ihr auf einem höheren Niveau zu kommunizieren? Klar ist aber auch, wie z.B. bei deutschen Kontaktlern die Situation auch eine andere sein kann: Horst Raps, ein Ingenieur aus Lampertheim, berichtete ein typisches Kontaktlermärchen und sah neben UFOs vielerlei andere imaginäre Dinge um sich herum. Schließlich litt er unter geistiger Verwirrung und kam auch wegen sexuellen Mißbrauchs von Kindern in die Heilanstalt. Elisabeth Weindt aus Goslar war in den Sechzigern eine in DUIST-Kreisen immer wieder auftauchende, sehr pummelig ausfallende Dame, welche fortlaufend mit anderen wunderschönen Sternfrauen in ihrer Gegend zusammenkam, die aber freilich sonst niemand sah. Weindt ging es um die entspannende Liebe über alle Grenzen hinaus. Und Andreas Schneider, der aus dem Frankfurter Bahnhofs-Millieu stammte, nannte seriöse Forscher wie uns scheinheilig “Gauner”, während er selbst seinen besten Freund und Verteidiger Michael Hesemann abzockte und über den Tisch zog. Seine Story basierte wiederum auf eine spanische UFO-Kontakt-Legende, die längst als Schwindel geplatzt ist (UMMO-Story). Wie man sieht, kann man im Rampenlicht der UFOlogie mit seinen ufologischen “Erfahrungen” auch ganz bestimmte persönliche Probleme lösen.

Wie im Märchen – Begegnungen mit den Anderen

Bereits Magin hatte in den Achtzigern in Deutschland erste Verbindungen zwischen den Mustern von modernen UFO-Entführungen und historischer Folklore geknüpft, während in Britanien Randles den bereits behandelten “Oz-Faktor” ausmachte. Mit einem Fuß sind betroffene Menschen irgendwie in einer veränderten Umwelt eingetaucht, erfahren räumliche Orientierungslosigkeit und erleben auch Zeitrisse. Es ist wie in einem Märchenland. Und genau wie dort geschehen die Ereignisse oftmals in Kurven, bei Brücken oder Kreuzungen – Orte, die bereits im Mittelalter als Übergangspunkt zwischen unserer Welt und der Welt des Übernatürlichen galten. Hier konnte man unheimliche Begegnungen mit Geistern und Kobolden, Monstern und Phantome machen. Elektromagnetische Einflüsse von UFOs auf PKWs? Seit Urzeiten werden die Fortbewegungsmittel der Menschen von übernatürlichen Erscheinungen zum Stilstand gebracht, ohne das dabei Elektromagnetismus oder Elektrik im Spiel waren. Das Tabu, einen heiligen Ort zu betreten, wird in der UFOlogie nur zu einem technischen Effekt umgedeutet. Bis zu den kleinsten Details stimmen die modernen UFO-Berichte mit den mittelalterlichen Geschichten über Begegnungen mit Kobolden und Dämonen überein, die Erzählmuster sind identisch, nur die zeitgenössische Wortwahl und Interpretation eine andere. Die Parallelen findet man nicht nur in der europäischen Sagenwelt, sondern sie sind universell. Auch Bertrand Méheust sprach davon, dass das typische Element des Erinnerungsverlustes eine “moderne Form des religiösen Tabus sei”. Dieses Tabu, das angeordnete Vergessen eines Kontaktes mit dem Übernatürlich, entspricht dem Gebot Gottes im Alten Testament, seinen Namen weder zu schreiben noch auszusprechen, und hat sich bei uns in märchenhafter Form in der Geschichte vom Rumpelstilzchen erhalten. Die Bibel sagt sogar, dass man Gott nicht ins Angesicht sehen darf – das Göttliche darf erfahren, aber nicht in Begriffe gefaßt werden. Paul Devereux kennt ein Beispiel aus Australien, welches bestens dazu geeignet ist, die Subjektivität dieser Art moderner “Geister- oder Gottes-Erfahrung” zu belegen. Es geht um Maureen Puddy, die als Fliegende Untertassen-Zeugin bereits eine Karriere hinter sich hatte, als sie dann selbst UFOnauten-Kontakte machte. Dumm ist nur, dass dabei zwei UFO-Forscher ´anwesend´ waren, die aber nur sahen, wie die Frau in sich versunken bei ihnen im Auto war und danach eine tolle Entführungsgeschichte lebhaft und emotionell beträchtlich besetzt von sich gab, die sie angeblich eben erst erlebt hatte, obwohl objektiv weit und breit von einem Alien-Raumschiff nichts zu sehen war. Auch hier durchlebte die Betroffene gerade eine starke persönliche Krise, ihr behinderter Mann lag im Sterben und sie kam mit dem häuslichen Streß durch zwei Kleinkinder nicht zurecht. Die Flucht war ins imaginäre Wunderland “Oz” vorgenommen worden und spielte sich nur in ihrem Verstand ab, wo dann auch die imaginäre Entführung passierte. So gesehen kann man sich auch die Frage stellen, ob solche bizarren Wesenheits-Begegnungen (in welcher Form auch immer) vielleicht nicht eine unterbewußte Methode sind, um Streß und Probleme symbolhaft zu bewältigen? Wären dann derartige UFO-Erfahrungen in diesem Kontext persönliche psychologische Erlebnisse des Zeugen, der das Design eines UFO-Vorfalls benutzt, weil es zufällig einen passenden Ausdruck für das Problem bietet, mit dem er sich gerade abgeben muß?

Wie im Märchen, wie in den volkstümlichen Sagen hat auch die Entführung und der Kontakt einen gemeinsamen Nenner: Menschen, die sich in der Nähe des Zeugen befinden, nehmen an der Erfahrung nicht teil. Auch Marienerscheinungen folgen diesem Muster: Nur die Seher selbst, nicht die anderen, nehmen die Jungfrau wahr. Auch der kalifornische Psychologe Alvin Lawson konnte imaginäre Entführungen produzieren, indem er Studenten in Hypnose versetzte und sie über Entführungen halluzinieren ließ. Wie im Fall Puddy gab es hierbei Darstellungen, die dem ´normalen´ Entführungsmuster verblüffend ähnelten – was auch kein Wunder ist, dass das inhaltliche Konzept der UFO-Entführung längst in den Alltag Einzug gefunden hat und jeder weiß, was man sich darunter (genauso wie beim märchenhaften Einhorn) vorzustellen hat. Das Entführungs-Grundmuster ist relativ rigide angelegt, sodass es von den individuellen Zeugen mit eigenem Material ergänzt werden kann, weswegen auch im Detail die Fälle auseinandergehen, auch wenn UFOlogen etwas anderes erklären werden. dass die Hypnose kein Weg zur Wahrheit ist, wurde bereits mehrfach festgestellt. Aus diesem Grunde ist es sogar gefährlich, wenn sich Menschen im Entführungs-Wahn dieser Prozedur aussetzen, weil hierbei durchaus Material “injiziert” werden kann, was von außen kommt. Dies kann man an den Fallbeispielen von Budd Hopkins sehen, seine Entführten berichten immer die Story entlang der von Hopkins vorgegebenen Linie der kleinen grauen, grausen Genmanipulateure. Und bei John Mack´s Entführungs-Opfern findet sich schließlich immer das “Friede-Freude-Eierkuchen”-Element der Esoterik.

“Alien”-Entführungen sind für die Betroffenen soetwas wie ´intrapsychische´ Erfahrungen, weswegen man sie aus unserer Sicht heraus überhaupt nicht mit dem UFO-Phänomen verbinden sollte (auch wenn zunächst oberflächlich es danach ausschaut und die Kontaktler in den UFOs neuem Lack daherkommen). Es gibt nur eine Gemeinsamkeit: Die der zwei gleichwertigen Realitäten – die alltägliche, objektive Wirklichkeit und die nichtalltägliche, subjektive Wirklichkeit – in der beide zeitgenössische Erscheinungen ihren Bezugsrahmen finden. Da hat Jacques Vallée sicherlich recht, wenn er 1975 in seinem Buch ´The Invisible College´ schrieb, dass die UFOs und Aliens in gewisser Weise “die Beziehungen zwischen den Bedürfnissen des menschlichen Bewußtseins und dem Bedürfnis stimulieren, diese ständig komplizierter werdende Welt zu verstehen”. Die “neue kosmische Verhaltensweise”, das Goldene Zeitalter der UFOs im New Age und in der esoterischen Auslegung, bekommt so einen neuen Sinn. Die Begegnungen mit kosmischen Helfern, wie auch immer, hat eine zutiefst menschliche Bedeutung und spielt sich irgendwo zwischen der physischen und spirituellen Welt ab. Es hilft den Menschen, die Weltsicht zu verändern und neue psychodynamische Impulse für sich zu erfahren, wodurch die Bezugsrahmen hin zu den mythologischen Feen und Elfen im Mittelalter genauso aufgezogen werden können, um z.B. die Mythen um das Ungeheuer von Loch Ness, dem Bigfoot und Yeti zu erfassen. Alle diese grenzwissenschaftlichen Phantome haben schlußendlich nur ein Ziel: Die Unerklärlichkeit der Welt in Bilder zu packen, um die Welt verstehen zu lernen (auch wenn man dabei in Irrgärten einbricht). Die sich hier zeigende “andere Realität” ist die Manifestation zwischen der geistigen Kraft einzelner Menschen und ihrer Umgebung, dem sozialen System. Eine Interaktion, um das Leben leichter zu machen. Hier werden imaginäre Realitäten in unsere Welt “herübergeholt”. Während sich diese Produkte der menschlichen Kreativität “hier aufhalten”, sind sie durchaus “real”, werden aufgrund ihrer Natur aber niemals manifest und entziehen sich uns wieder. Dies geschieht gerade auch deswegen, weil allein schon in den Zeitungen kein Unterschied zwischen dem gesichteten Objekt als solchen und seiner Interpretation als UFO gemacht wird. Anstelle von neutralen Begriffen wie “Himmelserscheinung, Objekte, Himmelskörper” etc wird plakativ oftmals mit wertenden Phrasen wie “UFO, Fliegende Objekte, Raumschiffe” etc gearbeitet, um damit populistischen Neigungen den Vorzug zu geben. Mit dieser semantischen Umordnung kommt man der Affäre wohl noch am ehesten näher und kann sie leichter handhaben (zumindest als Nicht-Betroffener). Die Ereignisse der Entführungen und der davon betroffenen lassen sich nicht in sprachliche Konzepte einfangen, die der objektiven Realität unserer Alltagswelt entsprechen, da schon die Kontaktierten einen ganz anderen Bezug zu dieser aufbauen. Die nichtalltägliche Wirklichkeit entspricht einer anderen Erfahrungsebene, die des schamanischen Denkens, welches weder wieg- noch meßbar ist. Auch hier entzieht sich der Beweis seiner Existenz einfach dem gesunden Menschenverstand. Sicher ist dagegen, dass am UFO-Mythos viele Menschen den spirituellen Aspekt lieben und deswegen in der UFOlogie eine Art Religion sehen, auch wenn daran nichts beweisbar ist. Genauso aber ist es mit dem Gottesbeweis, der ebenso schwer zu führen ist wie der Beweis für UFOs betreffs außerirdischen Besuchen.

http://www.cicero.de/weltbuehne/scientologychef-david-miscavige-der-pseudo-religioese-diktator/51735

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